Wallace Eckert
Der Astronom, der zeigte, dass Buchhaltungsmaschinen Himmelsmechanik rechnen können — und der, dem Namen zum Trotz, nicht mit dem Eckert verwandt war, der ENIAC baute.
Wallace John Eckert (1902–1971) war Astronom an der Columbia University, der 1937 IBM davon überzeugte, ihm ein Rechenlabor einzurichten. Dort verdrahtete er einen 601-Multiplizierer, einen Tabulator und eine Summenlocherin mit einem selbstgebauten Steuerschalter, sodass die Maschinen sich gegenseitig fütterten, statt dass ein Bediener die Kartenstapel dazwischen trug. Das Ergebnis war programmgesteuertes Rechnen, zusammengesetzt aus Buchhaltungsmaschinen — Jahre bevor die Relaisrechner in Betrieb gingen.
1940 erschien Punched Card Methods in Scientific Computation, ein schmales Buch, das zum Handbuch für jeden wurde, der wissenschaftlich rechnen wollte, ohne einen Computer zu besitzen. Es brachte einer ganzen Generation bei, in Durchläufen, Zwischenstapeln und Kontrollsummen zu denken — die Arbeitsweise, die später Batch genannt wurde und bis heute die Form der Datenverarbeitung prägt, sobald niemand dasitzt und auf die Antwort wartet.
Ab 1945 leitete er IBMs Watson Scientific Computing Laboratory an der Columbia University und verbrachte Jahrzehnte mit der Bewegung des Mondes. Die Ephemeriden, die seine Gruppe berechnete, lagen den Tabellen zugrunde, die für die Apollo-Navigation genutzt wurden — ein ungewöhnlich langer Bogen für eine Arbeit, die mit Kartenstapeln in einem Keller auf Manhattan begann.