Freddie Williams
Der Radaringenieur, der zufällig den ersten wahlfrei zugreifbaren Speicher der Welt erfand — und den Computerkram dann seinem Doktoranden überließ.
Frederic Calland Williams (1911–1977) verbrachte den Krieg am Telecommunications Research Establishment mit Radar- und Erkennungssystemen — Arbeit, die im Kern bedeutete, schwache Echos auf einer Kathodenstrahlröhre sichtbar zu machen. Die Nachkriegseinsicht entsprang genau dieser Gewohnheit: Ein geladener Punkt auf der Phosphorschicht lässt sich erneut auslesen, wenn man ihn erwischt, bevor er von selbst verblasst, und schreibt man ihn oft genug zurück, hat man einen Speicher. Er meldete die Konstruktion im Dezember 1946 zum Patent an und nahm sie mit nach Manchester.
Dort bauten er und Tom Kilburn die kleinstmögliche Maschine, deren einziger Zweck war zu beweisen, dass die Röhre taugte. Die Small-Scale Experimental Machine lief am 21. Juni 1948 mit ihrem ersten Programm und wurde damit der erste Computer, der seine Befehle aus einem elektronisch gespeicherten Programm holte. Williams selbst verlor rasch das Interesse, überließ die Rechner Kilburn und widmete den Rest seiner Karriere elektrischen Maschinen — Asynchronmotoren, nicht Arithmetik.