Zuse Z2
Die Zwischenmaschine, die ausgesägtes Blech gegen gebrauchte Telefonrelais tauschte und damit die Z3 finanzierte.
Die Z1 hatte zweierlei gezeigt: dass Konrad Zuses logischer Entwurf funktionierte, und dass er sich nicht aus Blech bauen ließ. Die Schiebestifte klemmten, und die Maschine blieb nach wenigen Minuten stehen. 1939 und 1940 baute er das Rechenwerk daher aus rund 600 gebrauchten Telefonrelais neu auf und beließ den Speicher in seiner alten mechanischen Form — sechzehn Wörter, weiterhin aus ausgesägtem Blech. Die Taktfrequenz lag bei etwa 5 Hz, und die Zahlendarstellung war 16-Bit-Festkomma, ein Rückschritt gegenüber der Gleitkommaarithmetik der Z1.
Es ging dabei nicht um Leistung, sondern um eine Demonstration. Sie fand 1940 für die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) statt, und die Maschine hielt genau so lange durch, wie nötig war. Die DVL schoss daraufhin Geld zu, Zuse baute im Jahr darauf die vollständig relaisbasierte Z3, und so leistete die einzige der Z-Maschinen, die nie für praktischen Nutzen gedacht war, den einen entscheidenden Nutzen.
Z1, Z2 und Z3 wurden 1943–44 bei den Bombenangriffen auf Berlin zerstört. Von Z1 und Z3 wurden später Repliken gebaut; von der Z2 existiert keine — passend für eine Maschine, deren einzige Aufgabe darin bestand, einen Geldgeber zu überzeugen.