xsnow
Mehr Informationen
- Entwickler
- Rick Jansen
- Erschienen
- Typ
- Desktop-Spielerei
- Website
- ratrabbit.nl/ratrabbit/xsnow
Schnee, der über den X-Desktop rieselt, sich auf den Oberkanten der Fenster ablagert und gelegentlich Besuch vom Weihnachtsmann samt Rentieren bekommt: eine Spielerei von 1993, die zum Gradmesser dafür wurde, wie schwierig das Zeichnen aufs Root-Fenster geworden war.
Rick Jansen hatte 1984 Schnee für den Macintosh gemacht und schrieb ihn für X11 neu. Das Programm zeichnete Flocken direkt auf das Root-Fenster, ließ sie auf jedem Fensterrahmen und am unteren Bildschirmrand zu Verwehungen anwachsen, pflanzte Tannen und schickte hin und wieder einen Schlitten durchs Bild. Es lief im Dezember auf jeder Unix-Workstation, brauchte kaum CPU und keinerlei Erweiterung, nur ein Root-Fenster zum Zeichnen.
Genau daran ging es auch kaputt. Als GNOME und KDE um 2000 das Root-Fenster mit einem eigenen Desktop-Fenster samt Icons überdeckten, wurde der Schnee begraben, und Compositing-Window-Manager machten alles unsichtbar, was direkt auf die Root gezeichnet wurde. Version 1.42 von 2001 war Jansens letzte, und weil die Lizenz kommerzielle Nutzung untersagte, landete sie in Debians non-free. Willem Vermin schrieb 2019 alles neu, mit Jansens Segen und unter der GPL: Das neue xsnow zeichnet in ein transparentes Fenster, das oben bleibt und Klicks durchlässt – und so schneit es wieder, auch auf Desktops, die die Root nie zeigen.