Salamis-Tafel
Eine Marmorplatte aus dem antiken Griechenland, auf der Rechensteine auf eingravierten Linien die Addition erledigten — das älteste erhaltene Rechenbrett.
Die Platte wurde 1846 auf der Insel Salamis gefunden und wird auf etwa 300 v. Chr. datiert. Sie ist gut einen Meter lang und mit parallelen Linien versehen, wobei jede Linie eine Stelle darstellt: Einer, Zehner, Hunderter. Der Rechner legte kleine Steine aus — lateinisch calculi, die Wurzel des Wortes kalkulieren — und schob sie zwischen den Linien hin und her, um zu addieren und zu subtrahieren. Ein Wert lag in der Hand, nicht im Kopf.
Die Tafel ist die Vorfahrin sowohl des griechisch-römischen Linienabakus als auch des mittelalterlichen europäischen Rechenbretts mit Rechenpfennigen. Dass die Arithmetik von Hand erledigt wurde, erklärt auch, warum antike Berechnungen selten Schritt für Schritt aufgeschrieben wurden: Der Mechanismus war das Brett, der Papyrus hielt nur die Endsumme fest.