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Nautischer Almanach

Svenska → Aktualisiert: 2026-09-14

Ein britischer Seealmanach, 160 Jahre lang als Rechenfabrik mit Heimarbeiterinnen betrieben — und das erste wissenschaftliche Werk, das an Lochkartenmaschinen überging.

Nevil Maskelyne, königlicher Astronom, gab 1766 den ersten Jahrgang heraus, den für 1767. Der Inhalt: Monddistanzen — stundenweise Tabellen des Winkels zwischen Mond und ausgewählten Sternen, mit deren Hilfe ein Kapitän seinen Längengrad ohne Chronometer bestimmen konnte. Die Rechnungen erledigten menschliche Computer, die von zu Hause aus arbeiteten und pro Mondumlauf bezahlt wurden. Jeder Wert wurde von zwei Personen, die sich nie treffen durften, unabhängig zweimal berechnet, und ein Dritter, der „comparer", glich die Ergebnisse ab. Doppelte Berechnung als Fehlerkontrolle ist also 200 Jahre älter als die Prüfsumme.

1928 ließ der spätere Leiter Leslie Comrie die Mondposition aus Browns Mondtheorie auf Lochkartenmaschinen berechnen — gemeinhin die erste großangelegte wissenschaftliche Nutzung von Lochkartenmaschinerie. 1930 wurde er Direktor, 1936 entlassen, weil er private Aufträge auf den Maschinen der Admiralität abgewickelt hatte — woraufhin er den Scientific Computing Service gründete: das weltweit erste kommerzielle Rechenbüro, aufgebaut auf genau der Praxis, für die man ihn gerade gefeuert hatte.

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