Kryha
Die selbstbewusst beworbenste Chiffriermaschine der Zwischenkriegszeit – die sich an einem Nachmittag knacken ließ.
Alexander von Kryhas Gerät schaltete mit einem Federwerk eine bewegliche Alphabetscheibe gegen eine feststehende weiter, und zwar in unregelmäßigen Schritten, die ein Zahnrad vorgab. In der Praxis war es eine polyalphabetische Substitutionschiffre mit periodischem Muster. Kryha verkaufte sie mit astronomischen Zahlen zur Menge möglicher Schlüssel.
William Friedman und sein Team im Signal Intelligence Service der US-Armee ließen sich davon nicht beeindrucken: 1933 lösten sie eine Testnachricht von gut tausend Zeichen in 2 Stunden und 41 Minuten. Verkauft wurde die Maschine trotzdem weiter, als Tisch- wie als Taschenmodell. Sie ist ein früher Beleg dafür, dass ein großer Schlüsselraum fast nichts über die Stärke einer Chiffre aussagt – der Statistik ist er egal.