Kasiski-Test
Das Verfahren, das die Schlüssellänge einer Vigenère-Chiffre aufdeckt — und ihrem Ruf als unknackbar ein Ende setzte.
Der preußische Infanterieoffizier Friedrich Kasiski veröffentlichte es 1863. Die Einsicht: Wann immer dasselbe Stück Klartext zufällig auf dieselbe Stelle des Schlüssels trifft, entsteht im Geheimtext eine wiederholte Folge. Die Abstände zwischen diesen Wiederholungen sind Vielfache der Schlüssellänge, ihr größter gemeinsamer Teiler verrät sie also.
Kennt man die Länge, zerfällt der Geheimtext in ebenso viele Spalten, von denen jede eine schlichte Caesar-Chiffre ist und der gewöhnlichen Häufigkeitsanalyse erliegt. Charles Babbage hatte denselben Trick schon um 1846 gefunden, aber nie veröffentlicht, womöglich weil der britische Geheimdienst es so wollte. Friedmans Koinzidenzindex erledigte die Aufgabe später statistisch.