Tabula recta
Ein Quadrat aus 26 jeweils um eine Stelle verschobenen Alphabeten — die Nachschlagetabelle hinter Vigenère und seinen Verwandten.
Der Abt Johannes Trithemius veröffentlichte sie in der Polygraphia (gedruckt 1518), dem ersten gedruckten Buch über Kryptographie. Jede Zeile ist das Alphabet mit einem weiteren Schritt Caesar-Verschiebung. Die Chiffre des Trithemius selbst war schlicht: Der erste Buchstabe nutzt Zeile eins, der zweite Zeile zwei und so fort — kein Schlüssel, also auch keine Sicherheit.
Entscheidend war, dass die Tabelle die polyalphabetische Verschlüsselung mechanisch machte. Wählt man die Zeile mit einem Schlüsselwort, erhält man die Vigenère-Chiffre; liest man sie andersherum, bekommt man Beaufort. Oft heißt sie Vigenère-Quadrat, was ungefähr so gerecht ist wie die Tatsache, dass Vigenère überhaupt Bellasos Chiffre zugeschrieben wird.