Crackme
Ein kleines Programm, das geknackt werden soll — ein legaler Übungsparcours für alle, die Reverse Engineering lernen wollen.
Die Idee stammt aus der Cracking-Szene der 1990er: Statt an kommerziellen Spielen zu üben, schrieben Cracker einander Rätsel. Meist verlangt das Programm ein Passwort oder eine Seriennummer, und die Aufgabe besteht darin, mit Disassembler und Debugger die richtige Eingabe herzuleiten — oder die Prüfung kurzerhand herauszupatchen. Eine Variante, das Keygenme, gilt erst als gelöst, wenn man einen eigenen Keygen geschrieben hat, der gültige Schlüssel erzeugt.
Die Schwierigkeit reicht vom Klartextvergleich bis zu mehreren Schichten aus Obfuskation, Packern und Anti-Debugging-Tricks. Die Sammelseite crackmes.de wurde in den 2010er-Jahren eingestellt; ihr Nachfolger ist crackmes.one. Heute gehören Crackmes zum Standardrepertoire von CTF-Wettbewerben und Vorstellungsgesprächen in der Security-Branche — dieselbe Fertigkeit, die einst den Kopierschutz entfernte, nur jetzt mit Arbeitsvertrag.