BARK
Schwedens erster Computer klapperte seine Antworten auf ein paar tausend Telefonrelais heraus, zwei Jahre nachdem der Staat entschieden hatte, dass das Land einen braucht.
Die Matematikmaskinnämnden — der schwedische Ausschuss für Rechenmaschinen — wurde 1948 eingesetzt, um Forschung, Industrie und Verteidigung mit Rechenkapazität zu versorgen. Zunächst schickte man Ingenieure in die USA, um zu sehen, wie es dort gemacht wurde; dann wurde der Binär Automatisk Reläkalkylator in Stockholm gebaut und ging im April 1950 in Betrieb. Die Konstruktion leitete Conny Palm, sie nutzte rund 5.000 Relais. Eine Addition dauerte etwa 150 Millisekunden, eine Multiplikation gut 250 — schon damals langsam, aber Relais waren im Handel erhältlich, während Elektronenröhren noch ein Risiko waren.
Die Maschine war absichtlich konservativ ausgelegt und von Anfang an als Übergangslösung gedacht. Parallel baute der Ausschuss den elektronischen Nachfolger BESK, fertig 1953 und für kurze Zeit als schnellster Computer der Welt gehandelt. BARK lief bis 1955, BESK bis 1966. Als der Ausschuss 1956 aufgelöst wurde, ging das Know-how an Facit über, das noch einige Jahre BESK-Nachbauten baute, bevor das Interesse verebbte — im Rückblick ein ungewöhnlich gut erarbeiteter Vorsprung, der dennoch verspielt wurde.