Videotex
Der Versuch der 1970er, den Fernseher in ein Zweiwege-Terminal zu zentralen Datenbanken zu verwandeln — die richtige Idee, fünfzehn Jahre zu früh.
Anders als Videotext, das nur sendet, lief Videotex über die Telefonleitung und konnte Eingaben entgegennehmen: Bestellungen, Suchanfragen, Nachrichten. Jedes Land baute seinen eigenen Standard — das britische Prestel, das französische Antiope, das kanadische Telidon und das nordamerikanische NAPLPS —, wodurch sich kein Dienst grenzüberschreitend verkaufen ließ.
Fast jedes Projekt schrieb Verluste. Die Terminals waren teuer, die Grafik grob und der Inhalt vom Betreiber kontrolliert, weshalb die meisten Projekte in den 1980er-Jahren wieder eingestellt wurden. Die Ausnahme war Minitel, das gerade deshalb funktionierte, weil die Terminals kostenlos verteilt wurden. Das Geschäftsmodell aus Abrechnung pro Online-Minute und Umsatzbeteiligung wurde später im Web neu erfunden.