Vakuumsäule
Die zwei senkrechten Schächte, in denen Großrechner-Bandlaufwerke eine lose Bandschlaufe ansaugten, damit Start und Stopp das Band nicht zerrissen.
Eine Vakuumsäule ist der mechanische Puffer, der die Bandlaufwerke der 1950er und 60er erst möglich machte. Das Band eines IBM 726 oder 729 musste innerhalb von Millisekunden starten, stoppen und die Richtung wechseln können, um einen Datensatz zu lesen — doch Spulen mit kilometerlangem Band haben viel zu viel Trägheit für solche Rucke.
Die Lösung bestand darin, eine lose Bandschlaufe in zwei Säulen hängen zu lassen, wo Unterdruck sie gespannt hielt. Die Antriebsrolle bewegte nur das kurze Stück zwischen den Säulen; die Spulenmotoren führten das Band ruhig nach und erkannten die Position der Schlaufe über Unterdrucksensoren. Das Bild zweier Fenster mit auf- und abhüpfendem Band wurde zum Sinnbild für "Computer" im Kino jener Zeit. Kassetten- und Kartuschenbänder machten die Vakuumsäule überflüssig.