Tatsuaki Okamoto
Der NTT-Forscher hinter dem MOV-Angriff und der Fujisaki-Okamoto-Transformation, die heute in den Post-Quanten-Standards steckt.
1993 zeigten Okamoto, Alfred Menezes und Scott Vanstone, dass sich diskrete Logarithmen auf bestimmten elliptischen Kurven über die Weil-Paarung in einen endlichen Körper übertragen lassen, wo sie deutlich leichter zu lösen sind. Die MOV-Reduktion war ein Angriff, doch das dabei verwendete Werkzeug – die Paarung – wurde später zur Grundlage eines ganzen Zweigs konstruktiver Kryptografie.
1999 veröffentlichte er mit Eiichiro Fujisaki die Fujisaki-Okamoto-Transformation, die ein schwach sicheres Verschlüsselungsverfahren in eines verwandelt, das Chosen-Ciphertext-Angriffen standhält, bewiesen im Random-Oracle-Modell. Varianten davon stecken in ML-KEM und mehreren weiteren Post-Quanten-Verfahren. Dazwischen lag 1998 das Okamoto-Uchiyama-Kryptosystem. Den Großteil seiner Laufbahn verbrachte er in den Laboren von NTT – ein ungewöhnlich stabiler Arbeitsplatz in einem Fach, in dem Leute sonst öfter den Arbeitgeber wechseln als den Schlüssel.