Alfred Menezes
Mathematiker aus Waterloo, Urheber des MOV-Angriffs auf elliptische Kurven, Mitautor des Handbook of Applied Cryptography und einer der lautstärkeren Skeptiker des Fachs.
1993 zeigten Menezes, Tatsuaki Okamoto und Scott Vanstone, dass sich diskrete Logarithmen auf supersingulären elliptischen Kurven über die Weil-Paarung in einen endlichen Körper übertragen lassen, wo sie deutlich leichter zu lösen sind. Der MOV-Angriff schloss eine ganze Kurvenklasse aus – und legte, mit einer gewissen Ironie, den Grundstein für die paarungsbasierte Kryptographie, die genau diese Eigenschaft später nutzte.
Das Handbook of Applied Cryptography (1996, mit Paul van Oorschot und Vanstone) wurde zum Referenzwerk einer ganzen Generation von Implementierern, nicht zuletzt weil der Verlag erlaubte, die Kapitel kostenlos ins Netz zu stellen. Seit 2004 schreibt er mit Neal Koblitz die Reihe „Another look at …“, die untersucht, wie viel kryptographische Sicherheitsbeweise tatsächlich beweisen. Die Antwort lautet oft: weniger, als der Titel verspricht.