IBM SSEC
IBMs Antwort darauf, den Ruhm für den Harvard Mark I verloren zu haben – eine Maschine mit 12.500 Elektronenröhren und 21.400 Relais, hinter Schaufenstern an der Madison Avenue aufgestellt, damit Passanten ihr beim Rechnen zusehen konnten.
Der Selective Sequence Electronic Calculator wurde am 27. Januar 1948 eingeweiht, konstruiert von Wallace Eckert (nicht verwandt mit ENIAC-Konstrukteur Presper Eckert) und Frank Hamilton. Die Befehle wurden von Lochstreifenschleifen gelesen, doch die Maschine konnte auch Befehle in ihren eigenen Speicher schreiben und sie anschließend ausführen. Bei großzügiger Lesart ist sie damit die erste in Betrieb genommene Maschine, die Programme als Daten behandelte – eine Deutung, die IBM gern vertrat und andere gern bestritten.
Die Platzierung im Erdgeschoss war kein Zufall. Thomas Watson wollte, dass New York die Maschine arbeiten sah, und die SSEC prägte vier Jahre lang das Bild der Öffentlichkeit davon, was ein Computer war: blinkende Schalttafeln hinter Glas. Unter anderem berechnete sie Mondpositionen, deren Tabellen noch zwei Jahrzehnte später zitiert wurden. Im August 1952 wurde sie abgebaut, um Platz für die IBM 701 zu schaffen, die kleiner, schneller und vollständig elektronisch war.