Rotozoomer
Der Effekt, der eine Textur in Echtzeit dreht und zoomt — der frühe-90er-Beweis, dass man die Festkommamathematik beherrschte.
Ein Rotozoomer dreht und zoomt eine Textur in Echtzeit: Für jeden Bildpunkt auf dem Schirm berechnet der Effekt, welches Pixel im Quellbild abgetastet werden soll, mittels einer Rotationsmatrix und eines Skalierungsfaktors. Naiv umgesetzt ist das teuer, aber weil die Schritte zwischen Nachbarpixeln konstant sind, lassen sich dx und dy zeilenweise akkumulieren und die Multiplikationen einsparen — alles in Festkommaarithmetik.
Der Effekt wurde zum Sinnbild der frühen 90er auf dem PC, nicht zuletzt nach Future Crews Second Reality (1993). Zugleich war er ein Vorbote der Texturmapping-Technik, die kurz darauf in 3D-Spielen zum Standard wurde. Ein Rotozoomer auf einer gekachelten Textur, der gleichzeitig die Palette wechselte, galt lange als Beleg dafür, dass der Programmierer seine Mathematik beherrschte.