Lesekanal
Die Schaltung, die aus der analogen Spannung des Lesekopfs wieder Bits macht — der schwierigste Schritt zwischen magnetischer Oberfläche und sauberen Daten.
Der Lesekopf liefert keine Bits, sondern eine verrauschte analoge Wellenform. Der Lesekanal filtert, taktet und dekodiert sie. Frühe Festplatten nutzten Spitzenwerterkennung — einen Datenseparator, der nach Spannungsspitzen suchte —, doch je dichter die Bits gepackt wurden, desto mehr verschmolzen die Spitzen ineinander. Die Lösung kam 1990 mit PRML (Partial Response, Maximum Likelihood): Statt Spitzen zu jagen, wird das Signal abgetastet und die wahrscheinlichste Bitfolge berechnet. IBMs Corsair (0663) war die erste Festplatte damit. Spätere Varianten — EPRML und rauschprädiktives ML — modellierten das Rauschen selbst und trieben die Dichte weiter. Der Lesekanal ist deshalb ebenso sehr Signalverarbeitung wie Magnetismus.