Race-to-idle
Eine Energiestrategie, bei der der Prozessor eine Aufgabe so schnell wie möglich abarbeitet, um danach in einen tiefen Stromsparmodus zu wechseln — statt langsam und sparsam über längere Zeit zu laufen. Manchmal ist "hetzen und schlafen" energieeffizienter als "es ruhig angehen".
Die Annahme, niedrige Taktfrequenz spare immer Energie, greift zu kurz. Langsames Rechnen hält den gesamten Chip — und die Peripherie: Speicher, Display, Funkmodul — länger wach, und die haben einen festen Grundverbrauch, unabhängig davon, wie langsam die CPU tickt. Race-to-idle rechnet stattdessen schnell, wird fertig und lässt das System danach in einen tiefen Schlafzustand fallen, in dem Power Gating fast alles abschaltet → der Gesamtenergieverbrauch kann trotz höherer Spitzenleistung niedriger ausfallen. Die Abwägung gilt nicht immer: Bei rein CPU-gebundenen Lasten mit hoher Spannung kann langsamer besser sein, wegen des kubischen Zusammenhangs zwischen Spannung und Leistung bei DVFS. In der Praxis ist es eine Balance, die moderne Scheduler berücksichtigen. Besonders relevant bei Mobilgeräten und Akkubetrieb. Hängt zusammen mit DVFS und Power Gating.