Polybios-Quadrat
Das Alphabet in einem 5×5-Gitter, sodass jeder Buchstabe zu einem Zahlenpaar wird. Gedacht für Fackelsignale, später in Gefängniszellen und Feldchiffren wiederverwendet.
Der griechische Historiker Polybios beschrieb im zweiten Jahrhundert v. Chr. ein Schema, das die Buchstaben in ein Gitter setzt und jeden nach Zeile und Spalte benennt. Mit zwei Gruppen zu je bis zu fünf Fackeln ließ sich Text über Distanz signalisieren. Es ging um Kodierung, nicht um Geheimhaltung: 24 Zeichen, reduziert auf fünf Symbole.
Diese Reduktion erklärt, warum die Idee überlebte. Der Klopfcode, mit dem Kriegsgefangene durch Zellenwände kommunizierten, ist ein Polybios-Quadrat, ebenso der Kern von ADFGVX und von Playfairs Gitter. Für sich genommen ist das Quadrat nur eine Substitutionschiffre in anderer Handschrift und fällt der Häufigkeitsanalyse zum Opfer; weil es aber jeden Buchstaben in zwei Symbole teilt, lassen sich diese Hälften unabhängig voneinander mischen. Dieser Kniff heißt Fraktionierung.