Michael Wiener
Kanadischer Kryptograf, der zeigte, dass sich kurze RSA-Exponenten brechen lassen, und eine DES-Knackmaschine durchkalkulierte – inklusive Bauplänen.
1990 veröffentlichte Wiener den nach ihm benannten Angriff: Ist der private RSA-Exponent zu klein, lässt er sich mithilfe von Kettenbrüchen aus dem öffentlichen Schlüssel berechnen. Wieners Angriff ist bis heute das Standardbeispiel dafür, was passiert, wenn man bei RSA Sicherheitsreserven wegoptimiert.
Seine Arbeit „Efficient DES Key Search“ von 1993 beschrieb Chip für Chip eine Maschine für eine Million Dollar, die einen DES-Schlüssel im Schnitt in rund dreieinhalb Stunden findet. Damit wurde die Schwäche des 56-Bit-Schlüssels greifbar, Jahre bevor die EFF Deep Crack baute. Mit Paul van Oorschot verfasste er außerdem das Standardwerk zur parallelen Kollisionssuche und mit Whitfield Diffie das Station-to-Station-Protokoll.