IT-Lexikon › Hardware › Compagnie des Machines Bull

Compagnie des Machines Bull

Hardware Svenska → Aktualisiert: 2026-10-05
Weitere Informationen
Erstellt von
Fredrik Rosing Bull (Patente)
Jahr
1931 (Unternehmen)
Typ
Hersteller von Lochkarten- und Computertechnik
Eigentümer
Atos (seit 2014)

Europas Gegengewicht zu IBM entstand aus den Patenten eines norwegischen Versicherungsingenieurs, der starb, bevor auch nur eine Maschine verkauft wurde.

Fredrik Rosing Bull arbeitete bei der Versicherung Storebrand in Oslo und patentierte 1919 einen Lochkartensortierer und Tabulator, der sich genug von Holleriths Gerät unterschied, um kein Patent zu verletzen. Er starb 1925 mit 43 Jahren an Krebs. Die Patente gingen über die Schweizer Firma H.W. Egli an eine französische Investorengruppe, die 1931 in Paris die Compagnie des Machines Bull gründete.

Bull wurde die einzige ernstzunehmende Alternative zu IBM auf dem Kontinent. Unter der Besatzung nutzte René Carmille die Maschinen für die französische Volkszählung; ihm wird zugeschrieben, die Spalte zur Religion absichtlich nie ausgewertet zu haben. 1944 wurde er verhaftet und starb in Dachau. Der Gamma 60 (1958) war technisch kühn und finanziell ruinös, General Electric übernahm 1964 die Kontrolle, der Staat verstaatlichte die Firma 1982, und Atos kaufte 2014 den Rest. Der Name taucht noch immer auf französischen Supercomputern auf.

← Zurück zum Lexikon