Johannes Buchmann
Deutscher Zahlentheoretiker an der TU Darmstadt, der eine der ersten Post-Quanten-Forschungsgruppen Europas aufbaute – lange bevor jemand eine brauchte.
Buchmann begann in der algorithmischen Zahlentheorie. Gemeinsam mit Hugh Williams schlug er 1988 einen Schlüsselaustausch in den Klassengruppen imaginär-quadratischer Zahlkörper vor – eine Alternative zu Diffie–Hellman, die sich praktisch nie durchsetzte, in der Forschung aber noch auftaucht. 1993 erhielt er den Leibniz-Preis, den wichtigsten Forschungspreis Deutschlands.
An der TU Darmstadt wandte er sich früh Verfahren zu, die Quantencomputer überstehen würden. Mit Daniel J. Bernstein und Erik Dahmen gab er 2009 das Lehrbuch Post-Quantum Cryptography heraus, und seine Gruppe entwickelte XMSS (2011), ein hashbasiertes Signaturverfahren auf Merkle-Bäumen, das später zu RFC 8391 wurde. Zu seinen Doktoranden zählt Andreas Hülsing, der die Arbeit weitertrug.