IT-Lexikon › Hardware › IBM 604

IBM 604

Hardware Svenska → Aktualisiert: 2026-09-12

IBMs erstes massenproduziertes Elektronikprodukt: eine rechnende Lochkartenmaschine mit vierzehnhundert Röhren, programmiert per Kabelsteckerei auf einem Schaltbrett.

Die 1948 vorgestellte Maschine erledigte im Kern denselben Job wie die relaisbasierte 601 — zwei Zahlen von einer Karte lesen, rechnen, das Ergebnis in leere Spalten derselben Karte stanzen —, allerdings elektronisch, was Platz für weit mehr Operationen pro Karte schuf. Das Programm bestand aus bis zu sechzig Schritten, verdrahtet auf einem Schaltbrett, bei einem Takt von etwa hundert Karten pro Minute. Ein gespeichertes Programm gab es nicht: Der Ablauf der Berechnung steckte in der Verdrahtung, die Daten kamen aus dem Stapel.

Technisch entscheidend war nicht die Geschwindigkeit, sondern die Wartung. Die rund 1.400 Röhren saßen in steckbaren Modulen zu je ein paar Röhren, sodass eine defekte Schaltung vor Ort getauscht wurde, statt Bauteil für Bauteil gesucht zu werden. Genau das machte Elektronenröhren an Kunden ohne eigene Ingenieursabteilung verkaufbar, und über 5.000 Exemplare wurden gebaut.

Verbunden mit einer Buchungsmaschine der 402er-Reihe wurde die 604 zum Herzstück des Card-Programmed Calculator — dem Produkt, das technische Berechnung Jahre vor dem ersten käuflichen Computer in gewöhnliche Unternehmen brachte.

← Zurück zum Lexikon