Hans-Thilo Schmidt
Angestellter der deutschen Chiffrierstelle, der 1931 Enigma-Unterlagen an den französischen Geheimdienst verkaufte.
Hans-Thilo Schmidt arbeitete in der Chiffrierstelle in Berlin und hatte Zugang zu Enigma-Unterlagen, darunter Schlüsseltafeln. Er war knapp bei Kasse und verkaufte Material über einen Mittelsmann an den französischen Geheimdienst. Die Dokumente erreichten Frankreich 1931.
Frankreich gab das Material an polnische Kryptologen weiter, und 1932 rekonstruierte Marian Rejewski damit die innere Verdrahtung der Enigma-Walzen. Das war einer der Gründe, warum Polen schon vor dem Krieg deutschen Enigma-Funkverkehr lesen konnte. Schmidt ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie ein einzelner Mensch mit Zugang zu den richtigen Papieren den Lauf eines Krieges verändern kann.