Cycling Unit (ENIAC)
ENIACs Taktgeber, und zugleich sein erstes Debugging-Werkzeug: der Schrank, der den Takt an alle anderen Einheiten sendete und sich auf einen Schritt nach dem anderen stellen ließ.
Die Einheit erzeugte eine Grundfrequenz von 100 Kilohertz und teilte sie in einen Zyklus von zwanzig Pulszeiten — eine Additionszeit, 200 Mikrosekunden. Aus diesem Zyklus wurden rund ein Dutzend benannte Pulsfolgen abgeleitet und an jede Einheit der Maschine verteilt: 10P, 9P, 1P, 2P, 4P, ein zentraler Programmimpuls und ein Rücksetzimpuls. Alles in ENIAC lief synchron zu diesen Folgen, und eine Einheit, die ihren Impuls verpasste, rechnete falsch statt anzuhalten.
Die Pulsfolgen waren nicht nur Takt, sondern auch Datendarstellung. Eine Zahl reiste als ebenso viele Impulse, wie sie groß war, und Ziffern wurden gegen 9P beziehungsweise 10P gezählt. Takt und Datenbus waren also dieselben Leitungen — eine Vermischung, die verschwand, sobald der Speicher binär und gespeichert wurde, und die sich in heutiger Terminologie kaum noch formulieren lässt.
An der Frontplatte saß ein Schalter mit Stellungen für Dauerbetrieb, eine Additionszeit auf einmal und eine Pulszeit auf einmal. Bei 18.000 Röhren in der Maschine war das kein Luxus: Fehlersuche hieß, die Berechnung mitten im Schritt einzufrieren und die Lämpchen an der Front abzulesen. Das ist Einzelschrittausführung in einem Debugger, gebaut aus Blech, ein paar Jahrzehnte bevor es das Wort dafür gab.