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Desktop-Würfel

Infrastruktur Svenska → Aktualisiert: 2026-10-09

Virtuelle Arbeitsflächen auf den Seiten eines Würfels, den man mit der Maus dreht — Compiz' Paradenummer und die Antwort des Fenstersystems auf das Konzeptauto.

Die Idee ist älter als die Grafikkarten, die sie tragen konnten: Brad Wassons 3D-Desktop von 2002 zeigte X-Arbeitsflächen als rotierendes Karussell in OpenGL, und Mac OS X Panther wechselte 2003 den Benutzer, indem es den ganzen Bildschirm wie die Seite eines Würfels drehte. Zum Begriff für jedermann machte den Würfel aber Compiz im Jahr 2006. Das Cube-Plugin legte jede virtuelle Arbeitsfläche auf eine eigene Seite, mit Himmel dahinter und an der Oberfläche haftenden Fenstern, und Rotate ließ alles per Strg+Alt+Ziehen kreisen. Bei zwei Arbeitsflächen ergab das eine Platte, bei mehr ein Prisma. Beryl und Compiz Fusion fügten Transparenz, Spiegelungen, eine Zylinder- und eine Kugelvariante hinzu und, als Verbeugung vor glxgears, im hohlen Würfel drehende Zahnräder.

Über den Nutzen wurde schon damals gestritten: Ein Pager zeigt dieselbe Information, ohne dass sich der Bildschirm von einem abwendet. Doch der Würfel brachte Linux auf Messen zur Installation und bewies, dass der Compositor mit Fenstern alles anstellen kann, sobald sie Texturen sind. KWin bekam seinen Würfel 2008, warf ihn raus, als der Code verrostet war, und schrieb ihn 2024 für Plasma 6 neu — was einiges über die Nachfrage sagt.

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