Stromschleife
Eine serielle Schnittstelle, bei der ein fließender oder unterbrochener Strom in einer Schleife — nicht Spannungspegel — das Signal trägt; die klassische Verkabelung des Fernschreibers.
Die Technik wurde von der Telegrafie geerbt: Eine "Eins" (Mark) ist ein geschlossener Stromkreis mit Strom in der Schleife, eine "Null" (Space) ein unterbrochener. Weil der Empfänger Strom statt Spannung erkennt, verträgt das Signal lange Leitungen und elektrisches Rauschen deutlich besser als RS-232, und mit einem Optokoppler sind beide Enden zudem galvanisch getrennt. Fernschreiber nutzten eine 20-mA-Schleife bei 110 Baud.
RS-232 mit seinen Spannungspegeln verdrängte die Stromschleife in den 1960er- und 70er-Jahren auf kurzen Strecken, doch das Prinzip lebte weiter. Die 4–20-mA-Schleife der Industrie für Messfühler ist ein analoger Verwandter derselben Idee: Die Information steckt im Strom, nicht in der Spannung — genau damit sie ein langes, störanfälliges Kabel übersteht.