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Zwischenablage-Manager

Infrastruktur Svenska → Aktualisiert: 2026-10-09

Das Programm, das Kopiertes am Leben hält, wenn das Quellprogramm sich beendet, und meist auch einen Verlauf der letzten Einträge führt – unter X11 eine Notwendigkeit, weil die Zwischenablage dort kein Speicher ist, sondern ein Versprechen.

In X11 wird beim Kopieren nichts gespeichert. Das Programm meldet lediglich, dass es die CLIPBOARD-Selection besitzt, und wer einfügt, fragt den Besitzer in diesem Moment nach dem Inhalt. Wird das Programm geschlossen, verschwindet der Besitzer samt Text. Ein Zwischenablage-Manager behebt das als Client, der übernimmt: Laut freedesktop.org-Spezifikation besitzt er die Selection CLIPBOARD_MANAGER, und ein Programm, das sich beenden will, fordert das Target SAVE_TARGETS an, woraufhin der Manager den Inhalt in allen Formaten abholt und als neuer Besitzer einspringt. xclipboard aus X11s eigener Werkzeugkiste tat Ähnliches schon lange vor der Spezifikation; Klipper von KDE, Clipman von Xfce, Parcellite, CopyQ und GPaste ergänzten, was Anwender eigentlich wollten: eine Liste der letzten Einträge zur Auswahl.

Andere Systeme kamen spät oder gar nicht dahin. Windows schnitt und fügte dreißig Jahre lang mit einem einzigen Puffer ein, bis Win+V im Oktober 2018 einen Verlauf brachte, und macOS hat noch immer nur eine Zwischenablage, sofern man nichts nachinstalliert. Unter Wayland kehrte die Frage zurück, denn der Compositor lässt aus Sicherheitsgründen andere Clients keine Selections lesen: Das Data-Control-Protokoll, zuerst als wlr-Erweiterung und später als ext-data-control, existiert genau dafür, damit Werkzeuge wie cliphist weiterhin tun können, was X11 immer erlaubte.

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