X-Selections (PRIMARY und CLIPBOARD)
Wie X11 Text zwischen Programmen bewegt: zwei parallele Zwischenablagen und die Abmachung, dass die Daten nur existieren, solange der Absender lebt.
X kennt benannte Selections, von denen zwei zählen. PRIMARY wird gesetzt, sobald man Text markiert, und mit der mittleren Maustaste eingefügt. CLIPBOARD bedient das ausdrückliche Kopieren und Einfügen, das andere Systeme schlicht Zwischenablage nennen. Eine dritte, SECONDARY, wurde spezifiziert und dann von fast allen ignoriert.
Beim Markieren wird nichts kopiert. Das Programm meldet lediglich, dass ihm die Selection gehört, und beim Einfügen handeln beide über Atome wie UTF8_STRING ein Format aus, bevor Daten fließen. Die Regeln stehen im ICCCM. Die Folge: Kopierter Text verschwindet, wenn das Quellprogramm sich beendet – der Grund, warum es Clipboard-Manager gibt – und ein versehentlicher Mittelklick fügt weiterhin ein, was man vor einer Viertelstunde markiert hat.