Christof Paar
Deutscher Kryptograf, der Embedded Security zu einer eigenen Disziplin machte und aus FPGAs einen DES-Knacker baute – für einen Bruchteil dessen, was die EFF dafür ausgegeben hatte.
1999 gründeten Paar und Çetin Koç die CHES, den Workshop „Cryptographic Hardware and Embedded Systems“, der zur Heimat der Forschung zu Seitenkanal- und Fault-Injection-Angriffen wurde. Ab 2001 hatte er den Lehrstuhl für Embedded Security an der Ruhr-Universität Bochum inne, die sich unter seiner Leitung zu einem der dichtesten Zentren praktischer Kryptoanalyse in Europa entwickelte.
2006 stellte seine Gruppe COPACOBANA vor: 120 billige FPGAs, die den DES-Schlüsselraum für rund 10.000 US-Dollar in etwa einer Woche durchsuchten. 2008 brach sie per Stromanalyse KeeLoq, die Chiffre in vielen Auto- und Garagenfernbedienungen. Sein Lehrbuch Understanding Cryptography (2009, mit Jan Pelzl) ist an vielen Hochschulen Standard. 2019 wurde er Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre.