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Boris Hagelin

Sicherheit Svenska → Aktualisiert: 2026-09-06

Der Schwede, der als Erster mit Verschlüsselung reich wurde — und dessen Firma sich viel später als Verkäufer maßgeschneiderter Schwachstellen entpuppte.

Boris Hagelin (1892–1983) wurde zu AB Cryptograph in Stockholm geschickt, um die Investition seines Vaters in die Erfindungen Arvid Damms zu überwachen — und blieb. Nach einer Umstrukturierung 1932 entwickelte er die Stift-und-Walzen-Maschinen der C-Serie: eine handbetriebene, taschengroße Konstruktion, deren Schlüssel in sechs Rädern unterschiedlicher Periodenlänge plus einer Trommel mit verschiebbaren Stiften steckte. Kryptografisch war das nicht annähernd Enigma-Niveau. Dafür wog sie nur ein paar Kilo, vertrug Schlamm und brauchte keinen Strom.

Das gab den Ausschlag. Die C-38 wurde von der US Army als M-209 übernommen, in über 140.000 Exemplaren gebaut, und die Lizenzgebühren machten Hagelin zum vermögenden Mann — er gilt gemeinhin als der erste Mensch, der mit Kryptografie reich wurde. 1948 verlegte er das Geschäft nach Zug in der Schweiz, und aus der Firma wurde Crypto AG. Dort nimmt die Geschichte eine andere Wendung: Ab den 1950er-Jahren gab es eine stille Absprache mit dem amerikanischen Nachrichtendienst darüber, was an wen verkauft werden durfte, und 1970 wurde das Unternehmen heimlich von CIA und BND aufgekauft. Dass ein gutes Hundert Staaten jahrzehntelang Maschinen mit eingebauten Schwachstellen gekauft hatten, wurde erst 2020 bekannt.

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