Xsun
Suns eigener X-Server für Solaris, der 1993 X11/NeWS ablöste und mit Solaris 11 selbst von X.Org abgelöst wurde.
Als Sun X11/NeWS aufgab, nahm es den Referenzcode des X Consortium für X11R5, später R6, und schrieb eigene Treiber für seine Grafikhardware: die hardwarenahe DDX-Schicht für cgsix, ffb, m64 und die übrigen Framebuffer-Karten der SPARC-Workstations. Das Ergebnis hieß Xsun, lag in /usr/openwin/bin und war der Server hinter OpenWindows 3.3 und danach CDE durch die gesamten Solaris-2.x-Jahre. Sun ergänzte unter anderem Display PostScript, von Adobe lizenziert, sowie Erweiterungen für die eigenen Videobusse; Xsun war also kein reiner X11R6-Server, sondern eine Solaris-spezifische Variante, die nach außen dasselbe Protokoll sprach.
Auf x86 erreichte Sun nie die Treiberabdeckung von XFree86, und mit Solaris 10 kam 2005 X.Org als Standard auf der PC-Seite, während Xsun für SPARC blieb. Solaris 11 entfernte Xsun 2011 vollständig. Damit endete eine Ära, in der jeder Unix-Hersteller seinen eigenen X-Server mit eigenen Fehlern hatte: DEC, HP, IBM und SGI taten dasselbe, und alle endeten gleich, mit dem gemeinsamen Code von X.Org und einem Treibermodul.