xmove
Mehr Infos
- Hersteller
- Ethan Solomita
- Jahr
- Typ
- X-Pseudoserver
Ein X-Proxy von 1994, der das Unmögliche schaffte – ein laufendes Programm von einem Display auf ein anderes zu verschieben –, indem er sich alles merkte, was das Programm dem Server je mitgeteilt hatte.
Die Netzwerktransparenz von X11 hat ein Loch: Ein Programm wählt sein DISPLAY beim Start und sitzt dann darauf fest. Wird der X-Server beendet, stirbt das Programm. Ethan Solomita an der Columbia University baute xmove, um das Loch zu stopfen, und beschrieb es 1994 in der Zeitschrift The X Resource. Es sitzt als Pseudoserver zwischen Client und echtem Server und führt Buch über jede Ressource, die der Client anlegt: Fenster, Pixmaps, Grafikkontexte, Schriften, Atome und Properties. Bei xmovectrl -move löst es den Client ab, baut den gesamten Zustand auf dem neuen Server nach, übersetzt jede Ressourcen-ID und schaltet die Verbindung um. Das Programm bemerkt nichts.
Der Preis: Alles lief durch den Proxy, und Erweiterungen, die niemand xmove beigebracht hatte, kamen nicht mit; in der Praxis funktionierte es am besten mit schlichten Xt-Programmen. Doch die Idee, dass ein Mittelsmann ein X-Programm von seinem Bildschirm erlösen kann, überlebte: Sie lebt in NX, in Xpra und in jedem Remote-Desktop weiter, der das Zuklappen des Laptops verkraftet.