XmFileSelectionBox
Motifs Dateidialog: ein Filter, zwei Listen und vier Knöpfe – so unbeliebt, dass Netscape-Nutzer unter Unix lernten, den vollen Pfad lieber von Hand einzutippen.
Das Widget ist eine Unterklasse von XmSelectionBox und besteht aus einem Filter-Textfeld mit einem Glob-Muster wie /home/anna/*.txt, einer Liste Directories, einer Liste Files, einem Textfeld Selection und den Knöpfen OK, Filter, Cancel und Help. Man navigiert per Doppelklick auf ein Verzeichnis, was den Filter umschreibt und die Suche neu startet, oder indem man das Muster selbst editiert und Filter drückt. Die Ressourcen XmNdirectory, XmNpattern, XmNdirMask und XmNfileTypeMask steuern, was angezeigt wird, und mit XmNfileSearchProc kann das Programm den Verzeichnisscan selbst ersetzen, etwa durch eine Liste von einem FTP-Server. XmCreateFileSelectionDialog liefert das Ganze fertig verpackt in einer Dialog-Shell.
Der Dialog war das Motif-Erlebnis in Reinkultur: korrekt nach dem Style Guide, auf jedem Unix-Dialekt identisch und auf eine Art sperrig, die jeder Nutzer von Netscape oder Mosaic auf einer Sun detailliert beschreiben konnte. Keine Icons, kein Verlauf, und der Filter wurde beim Verzeichniswechsel hinter dem Rücken des Nutzers umgeschrieben. Motif 2.0 brachte mit XmNpathMode ein separates Verzeichnisfeld, was etwas half. Die Dateidialoge von GTK und Qt waren zu großen Teilen Reaktionen auf diesen hier.