SECURITY-Erweiterung (X11)
X11s verspäteter Versuch, vertrauenswürdige von nicht vertrauenswürdigen Clients zu trennen — und der Grund, warum ssh -X und ssh -Y nicht dasselbe sind.
Im Kernprotokoll sind alle Clients eines Displays gleichberechtigt: Jeder kann beliebige Fenster auslesen, die Tastatur belauschen oder einem anderen Programm erfundene Tastendrücke schicken. Die Erweiterung kam 1996 mit X11R6.3, als Teil des Broadway-Projekts, das X-Programme aus dem Web heraus ausführen sollte, und führte zwei Klassen ein. Ein nicht vertrauenswürdiger Client verbindet sich mit einem besonderen xauth-Cookie und darf dann weder den Inhalt fremder Fenster lesen noch deren Properties ausspähen, Grabs ausführen oder die meisten anderen Erweiterungen nutzen.
OpenSSH machte den nicht vertrauenswürdigen Modus 2004 zum Standard für -X und ergänzte -Y für alle, die das alte Verhalten wollten. Das Problem: Sehr viele Programme setzten vollen Zugriff voraus und stürzten mit BadAccess ab, statt sich anzupassen. Debian und mehrere andere Distributionen setzten daher ForwardX11Trusted yes in die Standardkonfiguration, womit der Unterschied zwischen den Schaltern kosmetisch wurde. Echte Isolation zwischen Programmen musste auf Wayland warten, das sie von Beginn an eingebaut hat.