IT-Lexikon › Programmierung › Widget-Toolkit

Widget-Toolkit

Programmierung Svenska → Aktualisiert: 2026-10-08

Die Bibliothek fertiger Schaltflächen, Menüs, Bildlaufleisten und Textfelder samt Ereignisschleife und Layoutregeln, die alles zusammenhalten, damit ein Programm seine Oberfläche nie aus Linien und Rechtecken bauen muss.

Ein Fenstersystem liefert ein Rechteck und einen Strom von Mausklicks. Alles, was nach Oberfläche aussieht, kommt aus der Schicht darüber. Der Macintosh legte seine Schicht 1984 ins ROM und nannte sie Toolbox; Windows baute seine in USER ein. X11 hielt an seinem Prinzip fest, das Aussehen nicht vorzuschreiben, weshalb das Toolkit dort ein eigenes Produkt und ein Schlachtfeld wurde: Xt lieferte das Framework, Athena die hässliche freie Variante, Motif und XView die beiden kommerziellen Lager. Das Wort Widget selbst stammt aus Xt, das Widgets mit eigenem X-Fenster von Gadgets ohne unterschied.

Die zweite Welle wurde in C++ und C für die freien Desktops geschrieben: Qt 1995, GTK 1997, FLTK 1998, dazu Tk, das jede Skriptsprache übernahm. Die Trennlinie verläuft zwischen Toolkits, die alles selbst zeichnen und deshalb überall gleich aussehen, wie Qt, GTK und Javas Swing, und solchen, die die nativen Steuerelemente der Plattform kapseln, wie wxWidgets und SWT. Cocoa ist Apples Variante, geerbt von NeXT. Seit den 2010er-Jahren werden die Aufrufe zunehmend durch deklarative Beschreibungen in QML, SwiftUI und Compose ersetzt, und ein beträchtlicher Teil der Desktop-Software nutzt stattdessen gleich einen Webbrowser als Toolkit.

← Zurück zum Lexikon