Wasserintegrator
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- Erstellt von
- Wladimir Lukjanow
- Jahr
- 1936
- Typ
- Analogrechner
Ein sowjetischer Rechner, der Differentialgleichungen mit Wasser in verbundenen Gefäßen löste — der Pegel war die Variable, der Durchfluss ihre Ableitung.
Lukjanow baute ihn 1936 für ein ganz konkretes Problem: Frisch gegossener Beton auf sowjetischen Eisenbahnbaustellen riss, weil sich die Abbindewärme ungleichmäßig verteilte, und die Wärmeleitungsgleichung ließ sich von Hand nicht schnell genug lösen. Seine Antwort: die Gleichung physisch nachbauen. Gefäße aus Plexiglas und Blech sind durch Rohre verbunden, deren Drosselung den Wärmewiderstand des Materials darstellt; man füllt sie, lässt los, und die Wasserstände stellen sich nach genau derselben partiellen Differentialgleichung ein wie die Temperatur. Die Lösung liest man an einer Glasskala ab.
Die Maschine rechnet nicht, sie ahmt nach. Sie ließ sich zudem leicht umprogrammieren – Rohre und Gefäße tauschen, und es entsteht eine andere Gleichung –, was ihr ein langes Leben weit über den Beton hinaus bescherte. Serienmodelle namens IGL dienten bis in die 1980er für Permafrost, Grubenbewetterung, Erdölfeldströmungen und die Kühlung von Raketentriebwerken, Jahrzehnte nachdem Digitalrechner sie eigentlich überflüssig gemacht hatten.