TRICKLE
Ein Dateiserver für BITNET und EARN, mit dem Nutzer ohne FTP Software aus den großen Archiven des Internets holen konnten – tröpfchenweise, wie der Name versprach.
BITNET-Rechner konnten einander per NJE Mails und Dateien schicken, hatten aber meist kein TCP/IP und damit kein FTP. Archive wie SIMTEL20 waren unerreichbar. TRICKLE, um 1990 an der Ege-Universität in Izmir geschrieben, lief auf einem Großrechner, der die Archive spiegelte und Bestellungen als Befehle in einer Nachricht annahm. Die Dateien kamen als BITNET-Dateien im Reader des Nutzers an.
Bald lief TRICKLE an mehreren Standorten in Europa und entlastete die teure Transatlantikleitung: Eine Datei musste nur noch bis zum nächsten Spiegel über den Atlantik, nicht einmal pro Anfrage. Die täglichen Download-Kontingente blieben knapp, die Warteschlangen lang. Als die Universitäten in den 1990ern richtige Internetanschlüsse bekamen, verschwand der Bedarf – und mit ihm der Dienst.