IT-Lexikon › Sicherheit › Tabletop-Übung

Tabletop-Übung

Sicherheit Svenska → Aktualisiert: 2026-09-16

Eine diskussionsbasierte Krisenübung, bei der die Teilnehmer ein fiktives Sicherheitsszenario ("Ransomware hat unsere Server verschlüsselt — was tun wir jetzt?") am Tisch durchspielen, ohne tatsächlich ein System anzufassen. Getestet werden Pläne, Rollen und Entscheidungsfindung, nicht Technik.

Ablauf: Ein Moderator stellt ein Szenario vor und liefert Schritt für Schritt neue Komplikationen ("jetzt fordern sie Lösegeld", "die Presse ruft an", "auch die Backups sind verschlüsselt"), während die Teilnehmer — IT, Sicherheit, Geschäftsleitung, Recht, Kommunikation — diskutieren, wie sie gemäß ihrer Pläne handeln würden. Keine realen Systeme sind betroffen; es ist ein Gedankenexperiment in der Gruppe. Der Gewinn: Lücken im Incident-Response-Plan, unklare Verantwortlichkeiten ("wer entscheidet, ob gezahlt wird?"), fehlende Kontaktwege und falsche Annahmen kommen ans Licht — BEVOR eine echte Krise eintritt. Zudem entstehen Routine und Abstimmung zwischen Teams, die sonst selten miteinander sprechen. Günstig und risikoarm im Vergleich zu einer Live-Übung. Ein Standardbaustein reifer Incident-Vorbereitung, oft auch Compliance-Pflicht (etwa vor einem SOC-2-Audit). Verwandt mit Incident-Postmortem und Purple Team.

← Zurück zum Lexikon