Strukturierte Programmierung
Die Idee, dass sich jede Programmlogik aus drei Konstrukten aufbauen lässt — Sequenz, Selektion und Iteration — und goto deshalb überflüssig ist. Dijkstras Brief „Go To Statement Considered Harmful" (1968) wurde zum Schlagwort.
Böhm und Jacopini hatten bereits 1966 bewiesen, dass die drei Konstrukte für jede beliebige Berechnung ausreichen. Das Argument war praktischer, nicht theoretischer Natur: Bei beliebigen Sprüngen lässt sich nicht mehr nachvollziehen, was an einer bestimmten Stelle im Code gilt, weil man von überallher dorthin gelangt sein könnte. Die Debatte tobte ein Jahrzehnt lang — Knuth schrieb 1974 das differenzierte „Structured Programming with go to Statements" —, entschieden wurde sie aber schlicht dadurch, dass die Sprachen die Alternative nicht mehr anboten. Heute ist das derart selbstverständlich, dass der Begriff kaum noch benutzt wird, doch die Überreste sind geblieben: break, continue, frühe returns und goto cleanup in C-Code sind allesamt kontrollierte Sprünge.