Stephen Wiesner
Der Physiker, der um 1970 die Quantenkryptografie erfand und dann mehr als ein Jahrzehnt darauf wartete, dass jemand sie veröffentlichte.
Als Doktorand an der Columbia University schrieb Wiesner „Conjugate Coding“: In Quantenzuständen mit zwei unverträglichen Basen kodierte Information lässt sich nicht lesen, ohne sie zu stören. Er schlug zwei Anwendungen vor – fälschungssichere Banknoten („Quantengeld“) und ein Verfahren, zwei Nachrichten zu senden, von denen der Empfänger nur eine lesen kann. Die Fachzeitschrift lehnte ab; erst 1983 erschien die Arbeit in den SIGACT News.
Inzwischen hatte Charles Bennett das Manuskript gelesen und mit Gilles Brassard daraus BB84 gemacht, das erste Protokoll zur Quantenschlüsselverteilung. 1992 veröffentlichten Wiesner und Bennett außerdem die superdichte Kodierung. Wiesner selbst verließ die Forschung und arbeitete viele Jahre auf dem Bau in Israel.