Silly Window Syndrome
Pathologisches TCP-Verhalten, bei dem der Empfänger immer nur ein paar Bytes freien Platz auf einmal ankündigt und der Sender brav Pakete mit vierzig Bytes Header und einem Byte Nutzdaten verschickt.
Es entsteht, wenn eine Anwendung den Empfangspuffer langsamer leert, als Daten ankommen, und dabei nur wenig auf einmal liest. Jeder Lesevorgang gibt ein paar Bytes frei, TCP kündigt das als geöffnetes Fenster an, der Sender schickt genau diese Menge, und die Leitung füllt sich mit Paketen, deren Nutzlast nur einen Bruchteil des Overheads ausmacht. David Clark beschrieb Problem und Lösung schon 1982 in RFC 813: Der Empfänger soll Fensteraktualisierungen zurückhalten, bis er ein volles Segment oder die halbe Puffergröße ankündigen kann, und der Sender soll kleine Sendungen zurückhalten, bis es etwas Sinnvolles zu verschicken gibt. Die zweite Hälfte ist Nagles Algorithmus, und beide Seiten kurieren dieselbe Krankheit von entgegengesetzten Enden aus.