Schneiers Gesetz
Jeder kann ein Sicherheitssystem entwerfen, das er selbst nicht knacken kann — was nichts darüber aussagt, ob es jemand anderes kann.
Die Idee stammt aus Bruce Schneiers Crypto-Gram-Essay Memo to the Amateur Cipher Designer von 1998, geschrieben für den steten Strom von Leuten, die ihm selbstgebastelte Chiffren zuschickten. Ein Algorithmus ist erst etwas wert, wenn er jahrelange Angriffe anderer überstanden hat — und diese Aufmerksamkeit verdient man sich, indem man zuvor selbst fremde Entwürfe gebrochen hat. Den Namen „Schneier's law“ gab ihr Cory Doctorow in einem Vortrag 2004.
Sie liefert die Begründung für das Branchenmantra „Don't roll your own crypto“ und ergänzt Kerckhoffs' Prinzip natürlich: Ein System soll sicher bleiben, wenn alles außer dem Schlüssel bekannt ist, und das lässt sich nur durch öffentliche Kryptoanalyse zeigen.