Save-Set (X11)
Die Liste fremder Fenster, die ein X-Client seinen eigenen Tod überleben lassen will — der Grund, warum ein abgestürzter Fenstermanager nicht gleich alle Anwendungen mitreißt.
In X gehört jedes Fenster dem Client, der es erzeugt hat, und sobald dieser die Verbindung trennt, zerstört der Server all seine Fenster samt allem, was darin verschachtelt ist. Für Reparenting ist das heikel: Ein Fenstermanager verschiebt Anwendungsfenster in selbstgebaute Rahmen, sein Tod würde also mit einem Schlag sämtliche Programmfenster vom Bildschirm fegen. Das Save-Set ist die Ausnahme. Ein Client trägt fremde Fenster mit XAddToSaveSet in seine Liste ein, und wenn er verschwindet, werden diese Fenster stattdessen dem nächsten Vorfahren zugeordnet, der nicht ihm gehörte — in der Praxis dem Root-Window — und wieder eingeblendet, falls sie sichtbar waren.
Die Liste ist anfangs leer, jeder Fenstermanager muss sie also selbst füllen. Wer es vergaß, lernte schnell, denn ein Wechsel des Fenstermanagers mitten in der Sitzung schloss sonst alles. Der Name verleitet zur Verwechslung mit Save-under, das die Pixel unter einem Pop-up-Menü betrifft und mit der Lebensdauer von Fenstern nichts zu tun hat. XFIXES ergänzte später eine Variante, mit der der Aufrufer entscheidet, ob die Fenster neu eingeblendet werden und an welcher Stelle der Stapelreihenfolge sie landen.