Phreaking
Das Erkunden und Austricksen des Telefonnetzes mit Tönen statt Kabeln — der Vorläufer der Hackerkultur, der starb, als die Signalisierung aus dem Sprachkanal verschwand.
Phreaking (von phone und freak) war die Kunst, das analoge Telefonnetz zu manipulieren. Die Steuersignale des Netzes liefen lange im selben Kanal wie das Gespräch, und ein Ton bei 2600 Hz ließ eine Fernleitung glauben, sie sei frei — woraufhin der Phreaker sie übernehmen und kostenlos um die Welt telefonieren konnte. Die Werkzeuge trugen Farbnamen: blaue, rote und schwarze Box.
Die Kultur wuchs eng verzahnt mit dem frühen Hacking und der BBS-Szene heran; das Magazin 2600 ist nach dem Ton benannt. Als die Telefongesellschaften ihre Steuersignale in den Achtzigern und Neunzigern auf getrennte Kanäle (SS7) verlagerten, verschwand der einfache Trick, und Phreaking wurde zur Geschichte.