Oberon System
Mehr Info
- Entwickler
- Niklaus Wirth, Jürg Gutknecht
- Erschienen
- Inhaber
- ETH Zürich
- Typ
- Betriebssystem
Das Betriebssystem der ETH Zürich von 1987, geschrieben von Niklaus Wirth und Jürg Gutknecht, bei dem der Bildschirm aus gekacheltem Text besteht und jedes Wort der Form Module.Command per Klick ausgeführt wird.
Wirth kehrte 1985 von einem Sabbatical bei Xerox PARC mit Eindrücken von Cedar und der Überzeugung zurück, dass sich das meiste kleiner machen ließe. Mit Gutknecht baute er die Sprache Oberon, die Workstation Ceres und ein Betriebssystem dafür, alles als ein einziges Projekt. Der Bildschirm ist in zwei senkrechte Spuren geteilt, eine für die Texte des Nutzers und eine für die des Systems, und in jeder Spur sind „Viewer“ überlappungsfrei gestapelt: eine gekachelte Oberfläche, ein Jahrzehnt bevor es den Begriff gab. Keine Icons, keine Menüs. Befehle sind Text: Steht irgendwo auf dem Bildschirm Edit.Open, führt ein Mittelklick auf das Wort diese Prozedur aus, und die Titelleiste eines Viewers ist schlicht eine Zeile solcher Wörter.
Das gesamte System samt Compiler, Editor und Fenstersystem wurde 1992 im Buch Project Oberon beschrieben und passte in wenige tausend Zeilen. Rob Pike hat Oberon als Vorbild für acme in Plan 9 genannt, das sowohl das Kacheln als auch die Idee übernahm, dass ausführbarer Text die einzige Schnittstelle ist, die man braucht. Oberon System 3 brachte Komponenten namens Gadgets, und Bluebottle, später A2, überlappende Fenster und Multiprozessor-Unterstützung. 2013 schrieb Wirth das Buch rund um seinen eigenen RISC-Prozessor auf einem FPGA neu, sodass das System wieder auf Hardware laufen konnte, unter der nichts mehr liegt.