NetNorth
Kanadas Ableger des BITNET – das akademische Netz, das den Universitäten des Landes E-Mail und Mailinglisten brachte, bevor das Internet kam.
Als sich das BITNET Anfang der Achtziger an amerikanischen Universitäten ausbreitete, bauten kanadische Hochschulen auf derselben Technik ein eigenes Gegenstück: IBM-Großrechner, die Dateien und Nachrichten entlang einer Kette von Standleitungen weiterreichten. NetNorth wurde kanadisch verwaltet, gehörte technisch aber zum selben Netz – eine Studentin in Toronto konnte also jemandem in Princeton mailen oder eine LISTSERV-Liste abonnieren, ohne die Grenze zu bemerken. Das europäische Pendant hieß EARN.
Wie der Rest der BITNET-Familie war NetNorth billig, langsam und viel leichter zu betreten als das ARPANET, das Verbindungen zum Verteidigungsbereich voraussetzte. Als um 1990 mit CA*net Kanadas nationales Internet-Backbone entstand, übernahm TCP/IP, und NetNorth verschwand in der ersten Hälfte des Jahrzehnts.