_NET_VIRTUAL_ROOTS
Die Root-Window-Property, in der ein Fenstermanager, der seine Desktops aus großen Kindfenstern des Root-Fensters baut, diese auflistet, damit Bildschirmschoner und Hintergrundsetzer das richtige finden.
Es gibt drei Wege, X mehrere Desktops vorzuspielen. Man kann die Fenster, die nicht zu sehen sein sollen, unmappen, alle Fenster zur Seite schieben oder die Fenster jedes Desktops in ein eigenes bildschirmgroßes Kind des Root-Fensters setzen und nur eines davon zeigen. Der dritte Weg sind virtuelle Roots, aus Solbournes swm von 1990 und tvtwm, später in olvwm und amiwm: Der Desktopwechsel wird ein einziges XMapWindow statt eines Sturms von Anfragen. Der Preis: Alles, was glaubte, auf die Root zu zeichnen – xsetroot, xlock und xscreensaver –, landete hinter der falschen Root. Die Lösung war die Property __SWM_VROOT auf der falschen Root und Andreas Stolckes vroot.h von 1990, das RootWindow so umdefiniert, dass es danach sucht.
EWMH gab dem Kniff eine offizielle Form: eine Liste von Fenster-IDs an der echten Root, die ein so arbeitender Fenstermanager setzen muss, damit Hintergrundprogramme die richtige Fläche finden und Clients herausbekommen, welches Fenster ihr Rahmen ist. Kaum jemand setzt sie. Das Unmapping-Modell setzte sich in den 1990ern durch, Enlightenment DR16 mit seitlich hereingleitenden Desktops ist eines der wenigen, das noch mit eigenen Desktop-Fenstern arbeitet, und xprop -root zeigt die Property so selten, dass man fragt, ob etwas kaputt ist. vroot.h dagegen liegt bis heute xscreensaver bei, für die olvwm-Nostalgiker, die es noch gibt.