Multiple differenzielle Kryptanalyse
Differenzielle Kryptanalyse, die viele Eingangs- und Ausgangsdifferenzen gleichzeitig ausnutzt statt eines einzelnen Pfades.
Ein einzelnes Differenzial ist über viele Runden womöglich zu schwach, um aufzufallen, doch Dutzende oder Hunderte schwacher können sich zu einem deutlichen Signal addieren. 2011 gaben Céline Blondeau und Benoît Gérard der Technik einen soliden statistischen Rahmen und wandten ihn auf rundenreduzierte Versionen der leichtgewichtigen Chiffre PRESENT an.
Der Rahmen umfasst frühere Spezialfälle: Abgeschnittene Differenziale sind eine Art multiples Differenzial, bei dem einige Bits offenbleiben. Die Schwierigkeit gleicht der des linearen Gegenstücks — die Abhängigkeiten zwischen den Differenzialen müssen korrekt berücksichtigt werden, sonst fällt die Datenschätzung viel zu optimistisch aus. Wer eine neue Chiffre entwirft, muss deshalb Widerstandsfähigkeit gegen das ganze Bündel nachweisen, nicht nur gegen den besten Einzelpfad.